Beobachtung

Rakus behandelt seine Wunde selbst

Nach einem Kampf rieb das Männchen Rakus Heilblätter der Akar-Palo-Pflanze auf seine Wunde – wenige Wochen später war sie verheilt.

Quelle: Morrogh-Bernard, et al. (2017). Self-medication by orang-utans (Pongo pygmaeus) using bioactive properties of Dracaena cantleyi. Scientific Reports, 7(1), 1-7. ———————————————————————————————————————————– Foto: Team SUAQ. Daten & Bilder: Forschungsteams der Universitas Nasional (UNAS), des Departements für Anthropologie der Universität Zürich (AIM) und der Forschungsgruppe Development and Evolution of Cognition am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie (DECRG)

Orang-Utans können sich bei Kämpfen mit Artgenossen verletzen. Das ist Rakus, der gerade Backenwülste entwickelt hat. Verletzt hat er sich vermutlich, als er auf ein anderes Männchen mit Backenwülsten traf und mit ihm kämpfte.

Behandelt ihr eine Wunde mit Jod-Desinfektion, wenn ihr euch verletzt?
Genau wie wir Menschen hat auch Rakus seine Wunde mit Heilpflanzen versorgt. Laut den Beobachtungen im Feld rieb Rakus Blätter der Akar-Palo-Pflanze (siehe Bild) auf die Wunde.

Leider haben wir davon keine Fotos – aber danke an das Feldteam für diese spannende Beobachtung!

Wie ihr seht, schien die Wunde in Rakus‘ Gesicht wenige Wochen später verheilt zu sein, und neues Gewebe bedeckte sie. Selbstmedikation kommt auch bei Borneo-Orang-Utans vor, wie Morrogh-Bernard et al. (2017) berichteten.

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