Unsere Arbeit in Suaq hat drei Teile. Jeder braucht die anderen.
01
Verstehen
Wer sie schützen will, muss sie verstehen
Ausser uns Menschen lebt kein Säugetier so langsam wie der Orang-Utan. Was er zum Überleben braucht, zeigt sich erst über Jahrzehnte – darum beobachten wir ihn über Jahrzehnte.

Hinschauen, Tag für Tag
Unsere Verhaltensstudien haben zuerst ein Ziel: die Sumatra-Orang-Utans als Tiere zu verstehen – wie sie leben und was sie brauchen. Dieses Wissen ist die Grundlage für einen Schutz, der wirkt. Nur wenn wir wirklich verstehen, was ein Orang-Utan zum Überleben braucht, können wir ihn auf Dauer schützen.

Ein Leben, von Geburt an
In Suaq begleiten wir Orang-Utans von der Geburt bis ins Erwachsenenalter, und unsere Aufzeichnungen reichen über 25 Jahre zurück. Sie zeigen, wie langsam diese Menschenaffen leben: Ein Weibchen bekommt sein erstes Junges mit 15 oder 16 Jahren, ein Junges bleibt bis zu zehn Jahre bei seiner Mutter, und manche Weibchen ziehen mit über 60 noch Junge auf.
Jetzt sammeln wir auch erste Daten zur Sterblichkeit, zum Altern und zur Fortpflanzung, dazu, wie viel Wald ein Orang-Utan braucht, und wie er zurechtkommt, wenn andere um sein Futter konkurrieren.

Ein Fenster zu unserer eigenen Evolution
Orang-Utans gehören zu unseren nächsten Verwandten, und ihre Populationen unterscheiden sich stark darin, wie sie leben und sich verhalten. Das macht sie zu einem guten Modell für Fragen zur Evolution des Menschen und zur Evolution überhaupt, etwa wie sich Denkvermögen entwickelt.
Die Orang-Utans von Suaq sind in ihrem Verhalten besonders flexibel: Sie benutzen regelmässig Werkzeuge. Das geht sehr wahrscheinlich mit hohen kognitiven Fähigkeiten einher und macht sie zu einem besonders spannenden Modell für unsere eigene Evolution.
Ein Orang-Utan-Leben in Zahlen
15–16
Jahre alt ist ein Weibchen bei seinem ersten Jungen
10
Jahre bleibt ein Junges höchstens bei seiner Mutter
7–9
Jahre liegen zwischen zwei Geburten
60+
Jahre alt – und manche Weibchen ziehen noch Junge auf
02
Schützen
Den Wald schützen wir mit den Menschen, die an ihm leben
Den Lebensraum der Orang-Utans zu schützen, ist ein Kernanliegen des Suaq Project. Unsere Arbeit an der Station und die enge Zusammenarbeit mit den Dörfern rundherum helfen, den Wald von Suaq und seine Umgebung zu bewahren.

Schule im Wald
Wir besuchen regelmässig die Schulen der Region und holen Oberstufenklassen an die Station. Junge Menschen sollen sehen, warum Orang-Utans und die Natur wichtig sind. Wir hoffen, dass es sie ermutigt, ihre Wälder zu schützen und ihre eigenen Lebensbedingungen zu verbessern.

Arbeit statt Abholzung
Wir pflegen engen Kontakt zu den umliegenden Dörfern: Gute Beziehungen sind die Voraussetzung dafür, dass Schutz wirkt. Die Station beschäftigt über zehn Leute aus der Region fest, als Feldtechniker, Bootsführer, Köche und Wächter, und bietet weitere befristete Stellen im Wechsel an.
Für viele sind diese Stellen eine willkommene Alternative zur illegalen Abholzung als Einkommen.

Ein Einkommen, das den Wald braucht
Mit den Gemeinden in der Nähe von Suaq bauen wir Projekte auf, die andere Einkommensquellen als die illegale Abholzung erschliessen. Schutz hat nur Bestand, wenn die Menschen hier für sich selbst sorgen können – und mit dem stehenden Wald besser fahren.
03
Teilen
Eine Station für Forschende aus Indonesien und der ganzen Welt
Suaq ist ein Ort geworden, an dem Studierende und Forschende aus vielen Ländern ihre Feldarbeit machen – und an dem indonesische Studierende mit unserer Unterstützung eigene Projekte durchführen.
Seit 2007 sind in Suaq über 30 Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten entstanden: von indonesischen Studierenden der Universitas Nasional (UNAS), von Studierenden der Universität Zürich und weiterer europäischer Universitäten. Viele davon sind in renommierten Fachzeitschriften erschienen.


1994
begann die Forschung in Suaq
10+
feste Stellen für Leute aus der Region
30+
Abschlussarbeiten seit 2007
Selbst in Suaq forschen?
Wir nehmen Studierende und Forschende mit eigenen Projekten auf. Schreib uns, woran du arbeiten möchtest.

