Seit 1993 werden in Suaq Verhaltensstudien an Orang Utans mit dem Ziel durchgeführt, herauszufinden, welche Massnahmen nötig sind, um diese Menschenaffenart langfristig wirksam schützen zu können. Aus rein wissenschaftlicher Sicht steht das Gewinnen von neuen Erkenntnissen über die Menschliche Evolutionim Vordergrund. In seiner Funktion als Leiter des Anthropologischen Institutes an der Universität Zürich (AIM) beaufsichtigt Prof. Dr. Carel van Schaik die Forschungstätigkeit in Suaq währendem die Aktivitäten in der Forschungsstation vor Ort von Dr. Caroline Schuppli geleitet werden. Dr. Matthew Nowak wiederum ist von der Seite des ‚Sumatran Orangutan Conservation Program‘ (SOCP) für die Suaq Forschungsstation verantwortlich.

Eine der grössten Datenbanken über Verhalten der Orang-Utans

In den vergangenen 20 Jahren haben wir in Suaq mehr als 200 Orang-Utans bestimmen können. Gegenwärtig befinden sich rund 60 habituierte Orang-Utans im Forschungsgebiet von denen wir 40 regelmässig beobachten. Mehreren dieser Tiere folgen wir seit den Anfängen des Forschungsprojektes, in einigen Fällen von der Geburt bis ins Erwachsenalter.  Unsere Datenbank ist umfangreich und beinhaltet die Ergebnisse von mehr als 10’000 Stunden systematischer Beobachtungen, die über mehr als zwei Jahrzehnte verrichtet wurden. Dieses einmahlige langzeit Datenrepertoire ermöglicht es uns, Antworten auf bislang ungelöste Fragen zu Biologie und Verhalten dieser sich so langsam entwickelnden Primatenart zu finden. Diese Erkenntnisse sind unabdingbar, um wirksame Strategien zum Schutz dieser dem Menschen so nahverwandten Tierart zu entwickeln.

Forschungsmethoden

Unsere Forschung wird strikt nicht-invasiv betrieben und basiert weitgehend auf Beobachtungen des Verhaltens der Orang-Utans als Individuen und in der Gruppe. Alle an der Feldforschung beteiligten Wissenschaftler befolgen bei der Datenerhebung einen vorgegebenen, einheitlichen Ansatz und folgen dem standartisierten Orang-Utan Beobachtungsprotokoll (http://www.aim.uzh.ch/de/research/orangutannetwork/sfm.html). Abhängig vom Projektziel und anderen laufenden Studien werden zusätzliche Daten gesammelt. Wenn ein Tier während  seinen täglichen Aktivitäten verfolgt wird, wird dessen zurückgelegter Weg mittels GPS Gerät festgehalten. Wir sammeln auch regelmässig Kot- und Urinproben für genetische und Hormonanalysen. Genetische Analysen helfen uns, die Verwandtschaftsverhältnisse der beobachteten Tiere zu bestimmen.